Der Mietvertrag – Die Vereinbarung zum Wohnen auf Miete

Was ist eigentlich ein Mietvertrag?

Der "Haus-und-Grund-Mietvertrag" regelt die Vermietung von Wohnraum.

Der “Haus-und-Grund-Mietvertrag” regelt die Vermietung von Wohnraum.

Der Mietvertrag regelt die Vermietung eines Mietobjekts zwischen zwei Parteien: dem Mieter und dem Vermieter. Dem Mieter wird im Mietvertrag das entsprechende Objekt zum Gebrauch überlassen. Im Gegenzug entrichtet er dem Vermieter einen vereinbarten Mietzins.

Obgleich sich eine Menge verschiedener Sachen mieten lassen – Autos, Möbel etc. –, findet im deutschen Mietrecht vor allem der Wohnraummietvertrag Beachtung.

Was es bei diesem “Mietvertrag für Haus und Grund” zu beachten gilt, verrät Ihnen dieser Ratgeber.

Das Wichtigste zum Mietvertrag

  • Im Mietvertrag wird die Höhe der Miete vereinbart. Betriebskosten sind vom Mieter nur zu zahlen, wenn dies ausdrücklich im Vertrag verinbart wurde.
  • Ein befristeter Mietvertrag kann nur zustanden kommen, wenn der Vermieter einen Grund für die Befristung angeben kann.
  • Für die ordentliche Kündigung vom Mietvertrag gelten für Mieter und Vermieter unterschiedliche Fristen.


Wichtige Themen rund um den Mietvertag
BürgschaftKündigung vom Mietvertrag Untermietvertrag Wohngemeinschaft/WG



Mietvertrag für Wohnraum – Was Mieter und Vermieter beachten sollten

Je genauer ein Mietvertrag formuliert ist, umso eher lässt sich ein Streit zwischen den Vertragspartnern vermeiden.

Je genauer ein Mietvertrag formuliert ist, umso eher lässt sich ein Streit zwischen den Vertragspartnern vermeiden.


In Deutschland gilt das soziale Mietrecht, bei dem vor allem der Mieter eines Wohnraums geschützt wird. Dabei ist unerheblich, ob der Mietvertrag für ein Einfamilienhaus, ein Appartement oder ein sonstiges Wohnobjekt geschlossen wird.

Der Mieterschutz gilt allerdings nicht für Räume, die zu gewerblichen Zwecken vermietet werden.

Die Rechte von Mieter und Vermieter für Wohnverhältnisse sind in den §§ 549 ff. BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt, der Mietvertrag wiederum ist die praktische Anwendung dieses Mietrechts: Die allgemeinen Vorschriften, die das BGB für das Mietverhältnis von Wohnräumen festschreibt, werden hier konkret auf die betreffende Wohnung oder das Haus angepasst. Der Mietvertrag wird in der Regel vom Vermieter formuliert.

Nicht immer ist das Verhältnis von Mieter und Vermieter konfliktfrei. Besteht keine Einigkeit, wer welche Rechte und Pflichten gegenüber dem anderen hat, ist Ärger häufig vorprogrammiert. Viele Streitpunkte lassen sich jedoch schon vorher im Mietvertrag regeln, wie Schönheitsreparaturen, Kündigung oder die Hausordnung.

Mit dem Mietvertrag können beide Parteien noch vor Beginn des Mietverhältnisses eine Vereinbarung hinsichtlich der einzelnen Sachverhalte treffen und diese später bei Bedarf nachlesen. Je präziser und ausführlicher ein Mietvertrag formuliert ist, umso weniger bietet er Raum für Streitigkeiten.

Wer einen Mietvertrag für eine Wohnung abschließt, sollte ihn sich sehr genau durchlesen. Denn obgleich in Deutschland Mieterschutz gilt, gibt es Mittel und Wege, einen Mietvertrag so zu formulieren, dass er dem Mieter schnell zum Nachteil gereichen kann.

Vermieter wiederum sollten beim Aufsetzen vom Wohnungsmietvertrag darauf achten, ihn vermieterfreundlich zu verfassen. Andernfalls kann das soziale Mietrecht den Mieter überbevorteilen, was den Vermieter mit verschiedenen Schwierigkeiten konfrontiert.

Diese Punkte sollte ein Mietvertrag beinhalten, um für beide Parteien möglichst fair zu sein:

Personenangaben

Gemeint sind hier alle wichtigen Angaben zu Vermieter und Mieter. Ziehen mehrere Personen in die Wohnung ein, sollten alle volljährigen Mieter in den Mietvertrag aufgenommen werden.

Die Höhe und Art der Miete

Neben der Kaltmiete müssen Mieter häufig auch die Mietnebenkosten zahlen – allerdings nur, wenn dies ausdrücklich im Mietvertrag festgelegt ist. Vermieter sollten deshalb darauf achten, die Zahlung der Betriebskosten explizit im Mietvertrag zu vereinbaren.

Sowohl Mieter als auch Vermieter sollten prüfen, ob die Zahlung der Nebenkosten im Mietvertrag als Pauschale oder in Form einer Vorauszahlung festgelegt ist. Sonst tappt einer von beiden unter Umständen in eine Kostenfalle.

Nebenkosten als Pauschale oder Vorauszahlung – Wo ist der Unterschied?

Legt der Mietvertrag fest, dass die Nebenkosten als Pauschale gezahlt werden müssen, zahlt der Mieter monatlich einen pauschalen Betrag für Kosten wie Strom, Heizung und Wasser. Und zwar unabhängig davon, wie viel er tatsächlich verbraucht. Deswegen kann es vorkommen, dass er mehr zahlen muss, als sein Verbrauch eigentlich rechtfertigt.

Weil er der Pauschale jedoch im Mietvertrag zugestimmt hat, hat er keine Möglichkeit, gegen die Überzahlung Einspruch einzulegen. Gleiches gilt allerdings auch für den Vermieter, wenn die realen Kosten für den Verbrauch die monatliche Pauschale überschreiten.

Wird im Mietvertrag stattdessen eine Vorauszahlung vereinbart, ist der Vermieter verpflichtet, dem Mieter am Ende des Jahres eine Betriebskostenabrechnung vorzulegen. Bei dieser werden die real entstandenen Nebenkosten mit den Zahlungen des Mieters abgeglichen.

Hat dieser insgesamt während des Jahres zu viel bezahlt, bekommt er den überschüssigen Betrag zurückerstattet. Hat er zu wenig gezahlt, muss er die restlichen Kosten in Form einer Nachzahlung entrichten.

Im Gegensatz zur Pauschale wird also bei der Vorauszahlung am Jahresende exakt so viel bezahlt, wie auch verbraucht wurde.

Die Mietkaution

Wer einen Mietvertrag unterschreiben möchte, sollte ihn sich vorher ganz genau durchlesen.

Wer einen Mietvertrag unterschreiben möchte, sollte ihn sich vorher ganz genau durchlesen.

Auch die Mietkaution ist optional und muss ausdrücklich im Mietvertrag vereinbart werden. Die Kaution darf höchstens drei Monatskaltmieten betragen.

Die Vertragsdauer

Es sollte unbedingt festgelegt werden, ob der Mietvertrag unbefristet oder befristet ist. Wollen Vermieter einen befristeten Mietvertrag aufsetzen, muss dieser den Bestimmungen von § 575 BGB genügen. Andernfalls ist er ungültig.

Der Kündigungsverzicht

Ein befristeter Mietvertrag kann eine Klausel enthalten, dass das Mietverhältnis für die gesamte vereinbarte Dauer unkündbar ist. Darauf sollten sich Mieter jedoch nur dann einlassen, wenn sie mit absoluter Sicherheit sagen können, dass vor Ablauf des Vertrags kein Grund für einen erneuten Umzug besteht.

Der zulässige Gebrauch der Wohnung

Beide Parteien sollten sich im Mietvertrag über den zulässigen Gebrauch der Wohnung einigen, z. B. ob eine gewerbliche Nutzung der Wohnung gestattet ist oder nicht.

Kleinreparaturen

Enthält der Mietvertrag eine Kleinreparaturklausel, wird der Mieter verpflichtet, die Kosten für eine vom Vermieter beauftragte Kleinreparatur zu tragen. Der Mietvertrag muss genau festlegen, bis zu welcher Höhe pro Reparatur und im Jahr insgesamt sich der Mieter beteiligen muss. Sowohl Mieter als auch Vermieter sollten darauf achten, dass die Klausel gemäß den Vorgaben des Deutschen Mieterbunds formuliert ist. Andernfalls ist sie ungültig.

Treten Schäden auf, die nicht von der Kleinrepaturklausel abgedeckt werden, sind diese vom Vermieter zu beheben. Kommt er dem nicht nach, kann der Mieter evtl. eine Mietminderung beanspruchen.

Schönheitsreparaturen

Schönheitsreparaturen sind grundsätzlich vom Vermieter zu tragen. Soll der Mieter bestimmte Arbeiten wie das Streichen und Tapezieren der Wohnung übernehmen, muss der Mietvertrag eine entsprechende Klausel beinhalten. Andernfalls kann er nicht dazu verpflichtet werden. Zudem ist eine solche Klausel nicht immer zulässig. Dies muss bei Bedarf von einem Sachverständigen geprüft werden.

Die Hausordnung

Die Hausordnung konkretisiert die im Mietvertrag vereinbarten Punkte und kann z. B. genaue Ruhezeiten oder die Haltung von Haustieren in der Wohnung regeln.

Der Mietvertrag für eine WG

Ein WG-Mietvertrag kann in verschiedenen Varianten aufgestellt werden.

Ein WG-Mietvertrag kann in verschiedenen Varianten aufgestellt werden.

Rein rechtlich gesehen ist ein WG-Mietvertrag ein einfacher Mietvertrag, wie er auch für konventionelle Wohnverhältnisse geschlossen wird. Er kann jedoch in drei Varianten auftreten:

  • Ein WG-Bewohner ist Hauptmieter, die anderen sind seine Untermieter. In dieser Variante besteht ein Mietvertrag zwischen Vermieter und Hauptmieter sowie jeweils ein Untermietvertrag zwischen dem Hauptmieter und jedem seiner Untermieter.
  • Alle WG-Bewohner sind Hauptmieter. In dieser Variante besteht ein einziger Mietvertrag zwischen dem Vermieter und allen Hauptmietern.
  • Alle WG-Bewohner sind eigenständige Mieter. In dieser Variante schließt der Vermieter mit jedem Mieter einen separaten Mietvertrag ab.

Am häufigsten tritt die Variante auf, dass alle Mitbewohner als Hauptmieter im Mietvertrag aufgeführt sind. Das hat den Vorteil, dass sie alle gleichberechtigt sind. Keiner kann dem anderen gegenüber eine Kündigung aussprechen – wie es z. B. bei einem Untermietvertrag der Fall wäre – und jeder erhält alle wichtigen Schreiben vom Vermieter.

Der Nachteil für die Mieter (und der Vorteil für den Vermieter) ist die gesamtschuldnerische Haftung. Das bedeutet, dass alle WG-Bewohner für etwaige Forderungen durch den Vermieter aufkommen müssen, selbst wenn nur ein einziger diesen verschuldet hat. Ist z. B. einer der Mitbewohner mit der Zahlung seiner Miete im Rückstand, kann der Vermieter die Schulden von jedem beliebigen Mieter in voller Höhe einklagen.

Was ist ein Einheitsmietvertrag?

Ein Einheitsmietvertrag gilt als Standard für den Mietvertrag und ist als Muster auf verschiedenen Internetseiten zu finden.

Es handelt sich hier um einen vorformulierten Mietvertrag, der das Mietverhältnis allgemein gültig regelt und in den nur noch die individuellen Daten der Beteiligten eingetragen werden müssen.

Ein Einheitsmietvertrag regelt alle rechtlichen Probleme, die bei der Wohnraummiete auftreten können.

Ein Einheitsmietvertrag regelt alle rechtlichen Probleme, die bei der Wohnraummiete auftreten können.

Vorteil bei einem solchen Standardmietvertrag ist, dass er alle möglichen rechtlichen Probleme abdeckt, die bei der Wohnraummiete auftreten können.

Die Formulierungen erfüllen die Vorgaben des Gesetzgebers, weshalb keine Unsicherheit vonseiten des Vermieters bestehen muss, ob der Vertrag aufgrund eines Formfehlers als ungültig erklärt werden kann.



Allerdings regelt der Einheitsmietvertrag nicht die individuellen Bedürfnisse von Mieter und Vermieter und ist deshalb nicht für jedes Mietverhältnis geeignet. Es ist zu empfehlen, dass Vermieter beim Aufsetzen eines Mietvertrags einen Einheitsmietvertrag verwenden. Diesen sollten sie jedoch um weitere Punkte ergänzen, die für sie oder den Mieter relevant sind und die nicht durch die allgemeingültigen Klauseln abgedeckt werden.

Ist ein mündlicher Mietvertrag gültig?

Ein mündlicher Mietvertrag gilt als abgeschlossen, wenn eine Partei der anderen ein mündliches Angebot unterbreitet und dieses angenommen wird. Das Angebot sollte die beteiligten Personen, das Mietobjekt, die Höhe der Miete, die Dauer der Vereinbarung und den Zeitpunkt des Einzugs beinhalten.

Der mündliche Mietvertrag unterliegt den gleichen mietrechtlichen Bestimmungen wie der schriftliche. Damit der Mietvertrag absolut gültig ist, müssen sich Mieter und Vermieter über den Abschluss einig sein und dies unmissverständlich zum Ausdruck bringen. Sonst kann der Vertrag später nach § 119 des BGB wegen Irrtums angefochten werden. Inwieweit diese Anfechtung rechtens ist, muss individuell von einem Anwalt geprüft werden.

Der mündliche Mietvertrag hat für Mieter den Vorteil, dass er in der Regel weniger detailliert aufgestellt ist als ein schriftlicher und weniger Sachverhalte regelt. Enthält der Mietvertrag z. B. keine Klausel über Nebenkostenzahlungen, Schönheits- und Kleinreparaturen, Hausordnung und dergleichen, kann der Vermieter diese Punkte nicht im Nachhinein regeln und den Mieter in die Pflicht nehmen.

Im Streitfall ist es allerdings schwer zu beweisen, welche Vereinbarungen bei einem mündlichen Mietvertrag geschlossen wurden.

Wie funktioniert ein befristeter Mietvertrag?

Ein befristeter Mietvertrag wird häufig auch als Zeitmietvertrag bezeichnet. Er kann nur unter bestimmten Voraussetzungen geschlossen werden, die im § 575 Absatz 1 BGB festgelegt sind:

Ein Mietverhältnis kann auf bestimmte Zeit eingegangen werden, wenn der Vermieter nach Ablauf der Mietzeit

  1. die Räume als Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts nutzen will,
  2. in zulässiger Weise die Räume beseitigen oder so wesentlich verändern oder instand setzen will, dass die Maßnahmen durch eine Fortsetzung des Mietverhältnisses erheblich erschwert würden, oder
  3. die Räume an einen zur Dienstleistung Verpflichteten vermieten will

und er dem Mieter den Grund der Befristung bei Vertragsschluss schriftlich mitteilt. Anderenfalls gilt das Mietverhältnis als auf unbestimmte Zeit abgeschlossen.

Kann der Vermieter keinen konkreten Befristungsgrund nennen oder ist dieser nicht im Mietvertrag angegeben, ist die Befristung ungültig. Der Mietvertrag wird dann automatisch auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Bei Zeitmietverträgen gilt eine stillschweigende Verlängerung des Mietverhältnisses: Das bedeutet, dass ein bestehender Mietvertrag nach Ablauf der Vertragsdauer auf unbestimmte Zeit verlängert wird, wenn

  • der Mieter den Gebrauch der Mietsache fortsetzt und
  • der Vermieter ihn nicht zur Zurückgabe der Mietsache auffordert.

Der Zeitmietvertrag findet z. B. Anwendung, wenn ein Mietvertrag für eine Ferienwohnung geschlossen wird.

Ist ein Rücktritt vom Mietvertrag möglich?

Ein Rücktritt vom Mietvertrag muss schriftlich vereinbart werden.

Ein Rücktritt vom Mietvertrag muss schriftlich vereinbart werden.

Für viele Verträge gilt ein allgemeines Widerrufsrecht mit einer Frist von 14 Tagen, in denen ein Vertragspartner von einem bereits unterschriebenen Vertrag zurücktreten kann. Allerdings gilt dieses nicht automatisch beim Mietvertrag.

Der Vermieter kann aber selbst entscheiden, ein Widerrufsrecht im Mietvertrag festzulegen, und so das Recht auf Rücktritt vertraglich vereinbaren. In diesem Fall ist es möglich, den Vertrag aufzulösen, sofern der Mieter die Wohnung noch nicht bezogen hat.

Wurde im Mietvertrag kein Widerrufsrecht festgelegt, kann der Rücktritt vom Mietvertrag nur über einen Aufhebungsvertrag erfolgen. Dieser kann sowohl vor als auch nach dem Einzug geschlossen werden und erfordert das Einverständnis beider Parteien. Wird die Aufhebung nur von einem Vertragspartner gewünscht, hat dieser keinen rechtlichen Anspruch darauf, den Aufhebungsvertrag durchzusetzen.

Der Aufhebungsvertrag ist nicht gleichzusetzen mit der Kündigung des Mietvertrags.

So wird ein Mietvertrag gekündigt

Eine Kündigung kann nur für einen zeitlich unbefristeten Mietvertrag ausgesprochen werden. Zeitmietverträge sind in der Regel unkündbar.

Ordentliche Kündigung durch den Vermieter

Handelt es sich um eine ordentliche Kündigung durch den Vermieter, muss dieser ein berechtigtes Interesse an der Aufhebung der Mietvereinbarung haben. Die Gründe dafür hat er dem Mieter schriftlich in Form eines Kündigungsschreibens mitzuteilen.

Als berechtigtes Interesse an der Beendigung des Mietverhältnisses versteht das Mietrecht vor allem:

  • eine nicht unerhebliche Verletzung der vertraglichen Pflichten durch den Mieter, sofern er diese selbst verschuldet hat,
  • die Anmeldung von Eigenbedarf durch den Vermieter für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts (Eigenbedarfskündigung) und
  • erhebliche Nachteile für den Vermieter, die durch die Fortsetzung des Mietverhältnisses bestehen, sofern dieses eine angemessen wirtschaftliche Verwertung des Grundstücks verhindert.
Möchte ein Vermieter den Mietvertrag kündigen, richtet sich die Kündigungsfrist nach der Dauer des bestehenden Mietverhältnisses: Wohnt der Mieter zum Zeitpunkt der Kündigung weniger als 5 Jahre in der Wohnung, beträgt die Kündigungsfrist 3 Monate. Hat er die Wohnung vor 5 Jahren oder früher bezogen, verlängert sich die Frist auf 6 Monate. Ab einer Wohndauer von 8 Jahren besteht eine Kündigungsfrist von 9 Monaten.

Die ordentliche Kündigung durch den Mieter

Um den Mietvertrag zu kündigen, müssen Mieter und Vermieter unterschiedliche Fristen beachten.

Um den Mietvertrag zu kündigen, müssen Mieter und Vermieter unterschiedliche Fristen beachten.

Im Gegensatz zum Vermieter muss ein Mieter keine Gründe angeben, wenn er seinen Mietvertrag kündigen möchte. Die ordentliche Kündigung muss ebenfalls in schriftlicher Form erfolgen.

Anders als bei der Kündigung durch den Vermieter richtet sich die Kündigungsfrist nicht nach Dauer des Wohnverhältnisses, sondern beträgt stets 3 Monate. Im Mietvertrag kann allerdings eine kürzere Kündigungsfrist für den Mieter (nicht jedoch für den Vermieter) vereinbart werden.

Die außerordentliche Kündigung vom Mietvertrag

Im Gegensatz zur ordentlichen Kündigung unterliegt die außerordentliche Kündigung keinerlei Fristen und kann von beiden Vertragspartnern ausgesprochen werden. Allerdings müssen wichtige Gründe bestehen, weshalb es einem der Beteiligten nicht zugemutet werden kann, den Mietvertrag bis zum Ablauf der Kündigungsfrist fortzusetzen.

Solche Gründe sind u. a.:

  • Der Mieter entrichtet nicht oder zu spät die im Mietvertrag vereinbarte Miete.
  • Der Mieter beschädigt mutwillig oder fahrlässig die Wohnung in erheblichem Maße.
  • Der Mieter überlässt die Wohnung unbefugt einem Dritten.
  • Der Vermieter stellt die Wohnung nicht zum Zeitpunkt zur Verfügung, der im Mietvertrag vereinbart wurde.

Wann besteht kein Mietvertrag für Wohnraum?

Unter das Wohnraummietrecht fällt nicht der Mietvertrag für eine Garage, es sei denn, sie ist Bestandteil des Mietverhältnisses über Wohnraum. Andernfalls gilt hier kein Mieterschutz.

Gleiches betrifft den Mietvertrag für einen Stellplatz.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (52 Bewertungen, Durchschnitt: 4,48 von 5)
Loading...

16 Gedanken zu „Der Mietvertrag – Die Vereinbarung zum Wohnen auf Miete

  1. Sotscheck

    Guten Tag meine Damen und Herren

    ich lebe in Thüringen und möche mit zwei anderen eine wohnung mieten als W.G.
    ist der Vermieter verpflichtigt eine Küche und anderes zu stellen.

    Hochachtungvoll
    D. Sotscheck

    Antworten
    1. Mietrecht.com Beitragsautor

      Hallo D. Sotschek,

      eine Küche muss vom Vermieter nur gestellt werden, wenn dies im Mietvertrag vereinbart wurde.

      Ihr Team von mietrecht.com

      Antworten
  2. Peter K.

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Muss ich unbedingt zum Monatsende einen Mietvertrag kündigen???
    Kann ich nicht auch zum 10. oder 15. unter Einhaltung der 3-Montsfrist kündigen?
    D.h. z.B. : Zustellung Kündigung zum 01.01. des Jahres und Kündigungstermin der 15.04. des Jahres.

    Mit freundlichem Gruß

    P. K.

    Antworten
    1. mietrecht.com

      Hallo Peter K.,

      wichtig ist, was in Ihrem Mietvertrag vereinbart ist. Gibt es hier keine individuellen Regelungen bezüglich der Kündigung, gelten die gesetzlichen Vorgaben im BGB. Demnach muss die Kündigung zum dritten Werktag eines Monats beim Vermieter eingehen, um zum Ablauf des übernächsten Monats gültig zu sein. Besprechen Sie das am besten auch mit dem Vermieter und klären Sie ob dieser mit einer Kündigung zu einem anderen Zeitpunkt einverstanden ist.

      Ihr Team von mietrecht.com

      Antworten
  3. Carina

    Kann der Vermieter eine Mindestmietdauer von z.B. 1 Jahr festlegen und damit dem Mieter das Recht nehmen in diesem Zeitraum zu kündigen?

    Antworten
    1. mietrecht.com

      Hallo Carina,

      eine Mindestmietdauer kann durchaus im Vertrag vereinbart werden. Hier gelten die Vorgaben des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) bezüglich der Vertragsfreiheit. Diese Mindestmietdauer muss allerdings einvernehmlich festgelegt sein. In diesem Zeitraum ist eine ordentliche Kündigung nicht möglich. Außerordentlich kann eine Kündigung in der Regel jedoch erfolgen, wenn die Gründe für eine solche vorliegen. Für eine rechtliche Beratung wenden Sie sich bitte an einen Mieterverein oder einen Anwalt.

      Ihr Team von mietrecht.com

      Antworten
  4. Krumrey

    Ich habe mir mit meiner Ex Freundin eine Wohnung gemietet. Den Mietvertrag haben wir beide unterschrieben. Die Miete habe ich über 4 Jahre alleine bezahlt da meine Ex Freundin so gut wie kein Einkommen hatte, sie studierte. Als sie mit dem Studium fertig war und arbeiten ging trennten wir uns. Auch auf den Renovierungskosten blieb ich beim Auszug hängen. Meine Frage: Kann ich von meiner Ex rückwirkend noch die Hälfte der Miete einfordern? Wenn ja, über welchen Zeitraum? Immerhin hatten wir ja beide den Mietvertrag unterschrieben. Desweiteren kann ich über meine Kontoauszüge nachweisen das ausschließlich ich die Miete bezahlt habe.

    Antworten
    1. mietrecht.com

      Hallo Krumrey,

      rechtlich können wir diesen Sachverhalt nicht beurteilen. Am besten wenden Sie sich an einen Anwalt und klären das mit diesem ab.

      Ihr Team von mietrecht.com

      Antworten
  5. Rainer R.

    Ein freundliches Hallo an das Team von Mietrecht.com ,
    folgender Sachverhalt; mein Vermieter hat die Hälfte eines alten Doppelhauses gekauft und durch bauliche
    Maßnahmen 2 kleine Wohnungen je ca.80 qm daraus gemacht.Davon haben wir eine seit Juli 2017 zur Miete
    und so nach und nach viele Mängel entdeckt. So zB. gibt es keinen Festnetzanschluß in dieser Wohnung. Ich soll
    mit Handy telefonieren oder mich selbst darum kümmern war die Antwort, er steckt kein Geld mehr ins Haus.
    Auf dem Grundstück gibt es noch einen alten Stall und eine Tiefgarage, die ich gegen eine nicht geringe Miete
    zusätzlich nutzen darf. Das Dach vom Stall(50´iger Jahre) ist voller kleiner Löcher und die Garage wurde mit Strom vom Nachbarn versorgt. Auf meinen Hinweis hin wurde die Stromleitung gekappt mit dem Hinweis ,”Du kannst Dir ja Strom aus Deinem Keller nebenan holen”.
    Meine Frage, dürfen Stallungen und Tiefgaragen die sich auf dem gleichen Grundstück befinden extra vermietet werden, wenn man gleichzeitig auch für Pflege und Reinigung mit zuständig ist und habe ich Anspruch auf einen Telefonanschluß zumindestens analog für ein Internetaufbau per DSL ?
    Vielen Dank für Ihre Mühe,- Mit freundlichen Grüßen Rainer R.

    Antworten
    1. mietrecht.com

      Hallo Rainer R.,

      in Bezug auf Ihre erste Frage lässt sich sagen, dass Vermieter andere Mietobjekte auf dem Grundstück in der Regel auch extra vermieten können. Gehören z. B. Stall und Garage nicht zum Mietvertrag für den Wohnraum, können diese Räume in der Regel über weitere Mietverträge vermietet werden. Inwieweit die Reinigung und Pfleg ein diesem Fall Bestandteil des ursprünglichen Mietvertrags sein darf, können wir nicht beurteilen. Wenden Sie sich diesbezüglich am besten an einen Mieterverein.
      In der Regel müssen Vermieter die Voraussetzung schaffen, dass Mieter einen Telefon- bzw. Internetanschluss erhalten können. Die Anschlüsse müssen üblicherweise vorhanden sein. Auch in diesem Fall empfehlen wir Ihnen, sich rechtlich beraten zu lassen und dies mit einem Mieterverein oder einem Anwalt abzuklären.

      Ihr Team von mietrecht.com

      Antworten
  6. LILI

    Guten Tag,
    Ich werde bald einen Untermieter für 6 Monate haben. Darf er vorher kündigen, auch wenn er sich verpflichtet hat für 6 Monate dort einzuziehen? Da es eine möblierte Wohnung ist, darf er rechtlich gesehen 3 Wochen vorher kündigen.
    Mit freundlichen Grüßen
    LILI

    Antworten
    1. mietrecht.com

      Hallo LILI,

      wenn es sich im einem zeitlich befristeten Vertrag handelt, ist eine frühzeitige ordentliche Kündigung in der Regel nicht möglich. Endet der Vertrag automatisch mit dem festgelegten Datum, ist eine Kündigung zum Ende nicht notwendig. Lassen Sie sich am besten rechtlich bei einem Mieterverein beraten.

      Ihr Team von mietrecht.com

      Antworten
  7. Kostadinovic

    Meine Mutter ist schwer krank. Sie lebt alleine in ihrer Wohnung.
    Wie lange muss nach ihrem Tod noch die Miete bezahlt werden?

    Ich danke Ihnen schon im Voraus für Ihre Bemühungen.

    Mit freundlichem Gruß
    Ute Kostadinovic

    Antworten
    1. mietrecht.com

      Hallo Kostadinovic,

      auch bei einem Todesfall gilt in der Regel die gesetzliches Kündigungsfrist bzw. das,w as im Mietvertrag vereinbart wurde. Im Zweifel muss die Miete solange gezahlt werden, bis dies Frist abgelaufen ist. Sprechen Sie jedoch am besten mit dem Vermieter, ob es in einem solchen eine andere Lösung geben kann.

      Ihr Team von mietrecht.com

      Antworten
  8. Ulrike W.

    Hallo liebes Team von mietrecht.com,
    wir haben unsere Wohnung gekündigt.In unseren Mietvertrag steht bei Rückgabe der Mietsache:Bei Beendigung des Mietverhältnisses sind die überlassen Räume in einen sauberen und ordnungsgemäßen Zustand zu übergeben.
    Bei Schönheitsreparaturen steht: Der Mieter ist verpflichtet, die während des Mietverhältnisses erforderlichen Schönheitsreparaturen auf eigene
    Kosten durchzuführen. Unsere Frage:Müssen wir die Wohnung streichen?
    Vielen Dank, mit freundlichen Grüßen, U.W.

    Antworten
    1. mietrecht.com

      Hallo Ulrike W.,

      das könne wir pauschal nicht beantworten. Je nach dem Zustand der Wände kann es notwendig sein oder auch nicht. Hier sollten Sie einen Besichtigungstermin mit dem Vermieter vereinbaren und klären, ob das Streichen erforderlich ist.

      Ihr Team von mietrecht.com

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.