Zimmerlautstärke: Was ist in Mietwohnungen wichtig?

Die Zimmerlautstärke ist im Mietrecht immer wieder Thema

Im Mietrecht ist die Zimmerlautstärke zwar Thema, aber gesetzlich nicht definiert.

Im Mietrecht ist die Zimmerlautstärke zwar Thema, aber gesetzlich nicht definiert.

Musik, Fernseher, Gespräche oder einfache alle Geräusche aus einer Wohnung, die andere Mieter hören: Das Thema „Zimmerlautstärke“ ist immer dann eines, wenn sich andere gestört fühlen. Dieses Empfinden ist jedoch meist subjektiv, sodass es oft schwer ist, hier eine Grenze zu finden. Wie laut ist Zimmerlautstärke eigentlich? Kann das gemessen werden und wenn ja, wie viel Dezibel (db) sind dann Zimmerlautstärke?

Was das Mietrecht und die Rechtsprechung diesbezüglich festlegen, wann es im Haus bzw. in der Wohnung zu laut ist und ab wann die Zimmerlautstärke eingehalten werden sollte, betrachtet der nachfolgende Ratgeber zum Thema näher.

Das Wichtigste zur Zimmerlautstärke

  • Die Frage „Was heißt Zimmerlautstärke“ ist per Gesetz nicht definiert.
  • Mieter müssen die Zimmerlautstärke bei Musik, Gesprächen, Fernsehen und anderen Geräuschen in der Regel während der Ruhezeiten einhalten.
  • Für die Zimmerlautstärke sind nachts nicht mehr als 30 db und tagsüber 40 db als Richtwerte vorgesehen.

Was ist Zimmerlautstärke?

Bei Musik gilt: Zimmerlautstärke heißt, dass Nachbarn dies kaum oder gar nicht wahrnehmen.

Bei Musik gilt: Zimmerlautstärke heißt, dass Nachbarn dies kaum oder gar nicht wahrnehmen.

Gesetzlich gibt es keine Definition von Zimmerlautstärke. Es ist rechtlich also nicht genau festgelegt, was das eigentlich ist. Im Allgemeinen und nach dem größten Teil der gängigen Rechtsprechung bedeutet es, dass Mieter bei dem vertragsmäßigen Gebrauch der Mietsache nicht durch laute Geräusche der Nachbarn beeinträchtigt werden.

Hier spielt auch die bauliche Beschaffenheit sowie das Alter des Gebäudes eine Rolle. Ganz still sein muss es nicht. Die Geräusche sollen sich üblicherweise auf den Raum beschränken, in dem sich die Geräuschquelle befindet. Sind Geräusche kaum wahrnehmbar, wird von Zimmerlautstärke gesprochen. Fernseher, Bass, Gespräche usw. dürfen also nicht über die Maßen in anderen Räumen zu hören sein.

Diese Zimmerlautstärke in einer Mietwohnung bezieht sich in der Regel auf die Nachbarräume und deren Relation zur Geräuschquelle. Sowohl neben-, oberhalb- und unterliegende Räume können hier für eine Bestimmung der angemessenen Lautstärke herangezogen werden. Maßnahmen, wie eine Trittschalldämmung, geräuschdämpfende Tapeten oder die Verstärkung von Wänden zwischen den Wohnungen, dienen in der Regel dazu, die Zimmerlautstärke gemäß allgemeiner Definition zu gewähren.

Wie laut ist Zimmerlautstärke

Für die Dezibel bei der Zimmerlautstärke gibt es Richtwerte, allerdings keine gesetzlich festgelegten.

Für die Dezibel bei der Zimmerlautstärke gibt es Richtwerte allerdings, keine gesetzlich festgelegten.

Da es keine gesetzliche Definition von Zimmerlautstärke gibt, ist es schwierig, hier pauschale Dezibelwerte zu benennen. Dennoch sind Durchschnittswerte sowohl in baurechtlichen Vorschriften (wie die Norm DIN 4109 zur Schalldämmung von Bauteilen) als auch in gängiger Literatur zum Thema sowie in der Rechtsprechung zu finden.

So sollten für eine Zimmerlautstärke die Dezibel (db) des sogenannten Schalldruckpegels den Wert von 80 im Raum der Geräuschquelle nicht überschreiten. Die Werte im Raum, der die Geräusche sozusagen empfängt, sollten in der Regel zwischen 30 und 40 db liegen.

Für die Zimmerlautstärke sollten also tagsüber die 40 db und nachts die 30 db nicht überschritten werden. Allerdings können je nach Einzelfall auch niedrigere Werte veranschlagt werden, da hier auch die baulichen Aspekte immer eine Rolle spielen. So kann bei einem hellhörigen Haus die Zimmerlautstärke in db durchaus unter diesen Werten liegen.

Geräusche, die oftmals als belästigend oder störend angesehen werden, können unter anderem Musik, Gespräche, Haustiere, Elektrogeräte oder auch handwerkliche Tätigkeiten sein.

Zimmerlautstärke: Ab wann ist diese zu beachten?

Während der Zeiten der Nachtruhe ist die Zimmerlautstärke in der Regel, z. B. durch die Hausordnung, vorgeschrieben.

Während der Zeiten der Nachtruhe ist die Zimmerlautstärke in der Regel, z. B. durch die Hausordnung, vorgeschrieben.

Mietrechtlich kann beispielsweise im Mietvertrag oder in der Hausordnung festgelegt sein, wann Mieter auf die Lautstärke in ihrer Wohnung achten müssen. So ist üblicherweise die Zimmerlautstärke ab 22 Uhr bis 6 Uhr verpflichtend einzuhalten.

Diese sogenannte Nachtruhe und weitere Ruhezeiten werden unter anderem durch die Landesimmissionsschutzgesetze geregelt, die dann auch die Zimmerlautstärke vorsehen. Allerdings sind Geräusche wie Kinderlärm in der Regel hinzunehmen.

Fühlen sich Mieter durch Geräusche aus der Nachbarwohnung gestört, sollte zunächst mit den Nachbarn bezüglich der Zimmerlautstärke gesprochen werden. Der nächste Ansprechpartner wäre dann der Vermieter. Bei übermäßiger bzw. starker Lärmbelästigung kann durchaus auch die Polizei verständigt werden.
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9 thoughts on “Zimmerlautstärke: Was ist in Mietwohnungen wichtig?

  1. It. Helen

    So, Kinderlärm muss hingenommen werden. Da kann herumgelärmt und geschrieen werden, auch nach 22.00. Da kann ruechig gewohnt werden, und das man in einem Haus, in dem man keine Stimme der anderen hört. (Vermiete Eigentumswohnungen) So lärmig und grob kann mit Gegenständen umgegangen werden, dass es bald wie in der eigenen Wohnung tönt. Habe neue Nachbarn, Türken. Ich freue mich, wenn meine Epilepsie wieder stark wird. Arztzeugnis vorhanden. Der Vermieter ist informiert. Ich habe lange gesucht, bis ich die geeignete Wohnung fand. Es war vorher ruhig. Die anderen Nachbarn lärmen auch nicht. Und nun müsste ICH wieder gehen. Es ist meine 10. Wohnung, bin bald 64 Jahre alt und muss nun Kinder, die nicht erzogen werden ertragen. Meine Gesundheit lässt auch bald zu wünschen übrig. Aber dies hat ja mit Wohnrecht nichts zu tun. Dies ist kein Gesetz, sondern eine Frechheit.

    (Eine Billigantwort, da kann man eben nichts machen, brauche ich nicht. Mit Nachbarn sprechen hilft nämlich nichts. Da habe ich meine Erfahrungen gemacht, und dies während Jahrzehnten. Dem Vermieter habe ich das Ganze sachlich geschrieben. Der macht nichts. Kinder muss man nicht erziehen. Die dürfen laut sein. Aber wenn ein Hund einmal bellt, fällt die Welt zusammen.)

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  2. Reinhold H.

    Seit einem halben Jahr wohnt über uns einnebelst Mieterehepaar. Sie fühlen sich trotz erheblicher Lärmüberschreitungen im Recht und behaupten, keinen Krach zu verbreiten.
    Am gestrigen Abend wurde gegrillt, zu dem etwa 10 Umzugshelfer geladen waren. Diese Feirr fand auf einer hölzernen Dachterrasse statt. Bis nachts um 1.00 Uhr wurde die Lautstärke nach 22 Uhr durch lautes Laufen, Gegröle etc. erhöht. selbst beim Verlassen der Wohnung über das Treppenhaus wurden die Stimmen nicht leiser. Den Mietparteien ist bekannt, das beim Bau desHauses an Isolierung gespart worden ist. Die Vermieter nehmen sich davon nicht an. Was ist zu tun?

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  3. Sepp

    Die Hilfe anderer kann man in der Regel vergessen. Wenn es Ihre finanziellen Mittel erlauben, versuchen Sie sich selbst zu helfen. Lassen Sie sich über lärmdämmende Maßnahmen, wenigstens in einem Raum (zum Schlafen, Lesen und als Rückzugsort) beraten. Und ich meine *richtige* Lärmdämmung mit Dämmmatten, Rigipswänden usw. Eventuell müssen auch Boden und Fensterfront einbezogen werden, weil einen zugeknallte Fenster aus dem Schlaf reißen können. Ich kenne alle Ihre Probleme! Alles Gute!

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  4. Kreft

    Haben seit Monaten extrem starke und sehr laute TV-Geräusche von der Mieterin unter uns. Das spielt sich in der Zeit ab 6 Uhr und verteilt auf den Tag bis in die Nacht ab, variabel. Der Fernseher ist bei uns im Wohnzimmer, in der Küche, im Flur, im Bad und teils in den hinteren Zimmern hörbar. Mit der Mieterin wurde durch uns schon mehrmals gesprochen. Es kommen dann Ausreden, Entschuldigungen, aber geändert hat sich nichts. Übergibt man dem Vermieter ein Geräuschprotokoll und liefert noch Zeugen, dann wird einem unterstellt, man hätte den Zeugen zum Kaffee eingeladen, um die Unterschrift zu bekommen, also manipuliert.
    Es wurde auch schon die Polizei gerufen. Aber wie das so ist, tritt dann der sogenannte Vorführeffekt ein, weil die Mieterin es mitbekommen hat.
    Jetzt stellt sich so langsam die Frage, was man noch tun kann.

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    1. SirB.

      Schon versucht die Mieterin zu erziehen? Würde ich halt machen wen ich hier laute Nachbarn im Haus hätte. Wenn der Fernseher laut ist runter gehn, klingeln bis sie auf macht, ihr sagen das der Fernseher zu laut ist mit der Bitte ihn leider zu machen. Vor der Tür warten bis der Fernseher leiser wird sonst direkt wieder Klingeln (sturm) bis sie auf macht; ihr sagen das der Fernseher immer noch zu laut ist usw. Irgendwann wird sie es dann ja verstanden haben. Sonst würd ich ihr ein paar billige Kopfhörer kaufen nach ner Zeit, klingeln ihr die Überreichen mit der Bitte diese zum Fernsehen zu benutzen und die Kopfhörer innerhalb der nächsten 14 Tage zu bezahlen. Und wenn das nicht hilft: Polizei rufen, Polizei rufen, Polizei rufen, Anzeigen etc

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  5. Marlies K.

    Der Fall von Helen ist mittlerweile typisch. Die, die sich ruhig verhalten und sich über laute, rücksichtslose Nachbarn beschweren, sind die Bösen und müssen gehen. Die Störenfriede können weiter nerven.
    Und richtig lustig wird es, wenn Ü30-jährige mit Kindern einziehen. Da wurden schon die Eltern rein fremd “erzogen” und haben daher weder Benimm noch Rücksicht beigebracht bekommen. Können also auch ihren Kindern keine Rüchsicht beibringen. Dazu noch der gesetzliche Freibrief, dass Kinder alles dürfen. Dazu wird aber immer das Wörtchen “sozialadäquat” gerne übersehen oder ignoriert.
    Wir hatten den Fall direkt über uns mit ungedämmten Holzparkett. Da haben die Eltern das Kleinkind morgens ab 5:30 mit Holzbausteinen spielen lassen. Unsere freundliche Ansprache zur üblichen Nachtruhe und der Bitte, einen Teppich zu verwenden, wurde unhöflich abgelehnt. Dazu kam noch die Verwendung einer Profiwerkbank in der Wohnung zu Herstellung von Kunstobjekten aus Holz durch Bohren, Fräsen, Hämmern und Schleifen. Auch dazu erhielten wir deren Unverständnis auf unsere Bitte um Abhilfe. Die Hausverwaltung und auch die Hauseigentümerin bleiben untätig.
    Daher werden wie nun nach 24 Jahren umziehen müssen. Mein Mann ist bereits ein Nervenbündel.

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  6. Neeltje

    Interessant, dass es so genau festgelegt ist, was eine akzeptable Zimmerlautstärke ist. Ich bin mir sicher, dass meine Nachbarn nachts diesen Wer überschreiten. vielleicht werde ich mal einen Rechtsanwalt für Mietrecht zu Rate ziehen.

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  7. Lawrence

    Ich verstehe den Teil mit den alten Bauten nicht ganz, muss man da die schlechte Dämmung einfach hinnehmen?
    Ich wohne mit meiner Frau in einer Einzimmer Wohnung die in einem Haus ist mit 4 Parteien. Ein EG, 2 1.OG und 1 2.EG. Das Haus macht den Eindruck als wäre es mal ein Einfamilienhaus gewesen. In dem einen Zimmer im dem ich Wohn und Schlafzimmer vereint habe war mal eine Tür zu einem weiteren Zimmer, welche jetzt aber zum 2ten 1.OG gehört. Man sieht ganz klar wo die Tür zugemauert wurde.
    Jedes mal habe wir den alten Nachbarn schnarchen gehört als lege er im selben Zimmer. Seitdem schläft meine Frau nur noch mit Ohrstöpsel. Der ist zum Glück seit Anfang des Jahres nicht mehr in der Wohnung. Eine junge Frau ist eingezogen und bisher auch nicht oft zuhause (bisher echt Glück gehabt). Jetzt ist es aber so, dass jedes Mal wenn sie ein normales Gespräch führt es sich aber leider so anhört als würde sie neben mir im gleichen Zimmer sitzen. Wenn das Gespräch mal um 4 Uhr morgens geführt wird werde ich wach und es ist unmöglich weiter zu schlafen. Sie kann doch nicht mit ihrem Gesprächspartner/in jetzt aufgefordert werden zu flüstern oder bin ich dumm? Andersrum muss sie uns ja genauso laut hören wenn meine Frau und ich uns unterhalten. Es macht den Anschein als wäre da eine extrem schlechte Dämmung allgemein und ich frage mich ob wir beide (Nachbarin und meine Frau & ich) das einfach hinnehmen müssen oder es möglich wäre das von der Hausverwaltung nachbessern zu lassen.

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  8. Carina

    Mein Vermieter hat die Zimmerlautstärke meines Nachbarn in meiner Wohnung gemessen und mir erklärt, ich müsse einen Pegel von 50 dB von meinem Nachbarn aushalten. Als ich angemerkt habe, dass Zimmerlautstärke in dem Raum gemessen wird, wo sich die Lärmquelle befindet, wurde ich wie ein Kleinkind abgekanzelt und die Sache war damit erledigt.

    Ich habe mich darauf an den Mieterbeirat gewandt, verschiedene Quellen zum Thema Zimmerlautstärke ausgedruckt und auch da die Rückmeldung, was der Vermieter sagt ist rechtens. Jeder könne lärmen wie er wolle, Hauptsache die Miete wird immer pünktlich bezahlt. Schutz vor Lärm gemäß der Hausordnung ist also für die Katz 🙁

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