Betriebskosten für eine Wohnung: Was gehört dazu?

Für eine Wohnung fallen monatliche Betriebskosten an

Was zählt zu den Betriebskosten einer Wohnung?

Was zählt zu den Betriebskosten einer Wohnung?

Eigentümern von Wohnungen entstehen jeden Monat regelmäßige Kosten durch den Besitz und die Bewirtschaftung der Wohnung: die Betriebskosten oder Nebenkosten.

Doch nicht immer muss der Wohnungsbesitzer für diese Kosten allein aufkommen. Handelt es sich nämlich bei der Wohnung um eine Mietwohnung, können manche Betriebskosten auch auf den Mieter umgelegt werden.

Aber was zählt überhaupt zu den Betriebskosten einer Wohnung? Welche Betriebskosten können bei einer Mietwohnung auf den Mieter umgelegt werden? Und wie hoch sind die durchschnittlichen Betriebskosten für eine Wohnung in Deutschland? Dies erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Das Wichtigste zu den Betriebskosten für eine Wohnung

  • Damit die Betriebskosten einer Wohnung auf den Mieter umgelegt werden können, muss dies ausdrücklich im Mietvertrag vereinbart werden.
  • Die Betriebskostenverordnung legt fest, welche Betriebskosten einer Wohnung umlagefähig sind und welche nicht.

Was gehört zu den Betriebskosten einer Mietwohnung?

Die Betriebskostenverordnung legt fest, welche Betriebskosten einer Wohnung der Eigentümer selbst zahlen muss.

Die Betriebskostenverordnung legt fest, welche Betriebskosten einer Wohnung der Eigentümer selbst zahlen muss.

Als Betriebskosten für eine Wohnung gelten sämtliche Kosten, die dem Besitzer durch das Eigentum an der Wohnung und deren laufende Bewirtschaftung anfallen. So legt es § 1 der Betriebskostenverordnung (BetrKV) fest.

Laut dieser müssen folgende Betriebskosten einer Wohnung immer selbst vom Eigentümer getragen werden:

  • Verwaltungskosten
  • Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten
  • Leerstandskosten
  • Kontoführungsgebühren oder andere Bankspesen
  • Einkommenssteuer für Mieteinnahmen
  • einmalige Kosten, z. B. für Ungezieferbekämpfung

Auf den Mieter umlagefähige Betriebskosten einer Mietwohnung

Es lassen sich einige Betriebskosten einer Wohnung auf die Miete umlegen. Das bedeutet, dass der Vermieter von seinem Mieter fordern kann, für diese umlagefähigen Betriebskosten aufzukommen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn dies ausdrücklich vertraglich vereinbart wurde.

Gibt es keine entsprechende Klausel im Mietvertrag, die den Mieter zur Übernahme der Betriebskosten der Wohnung verpflichtet, hat der Vermieter diese laut Mietrecht selbst zu zahlen.

Zu den umlagefähigen Betriebskosten einer Wohnung gehören:

  • Heizkosten
  • Warmwasserkosten
  • Grundsteuer
  • Abwassergebühr
  • Betriebskosten für einen Personen- oder Lastenaufzug
  • Betriebskosten für Straßenreinigung und Müllabfuhr
  • Betriebskosten für Gebäudereinigung
  • Betriebskosten für Ungezieferbeseitigung
  • Betriebskosten für Gartenpflege
  • Betriebskosten für Beleuchtung
  • Sach- und Haftpflichtversicherungen
  • Hausmeisterkosten (diese beinhalten nicht die Kosten für Reparatur- und Verwaltungsaufgaben)
  • Betriebskosten für einen gemeinschaftlichen Waschraum
  • Betriebskosten für Fernsehen, Antenne oder Kabelanschluss

Die oben aufgeführten Posten zählen zu den allgemeinen Betriebskosten einer Wohnung. Diese können alle gemeinsam auf den Mieter umgelegt werden, wenn der Mietvertrag dies festlegt.

Darüber hinaus können auch sonstige Betriebskosten auf den Mieter umgelegt werden, müssen dann aber explizit im Mietvertrag aufgelistet werden. Dies können z. B. Beseitigungskosten von Graffiti oder die Wartungskosten für die Rauchmelder sein.

Durchschnittliche Betriebskosten einer Wohnung: Das müssen Mieter in Deutschland zahlen

Jahr 2015: Die Betriebskosten einer Wohnung lagen im Durchschnitt bei 2,17 Euro pro qm² und Monat.

Jahr 2015: Die Betriebskosten einer Wohnung lagen im Durchschnitt bei 2,17 Euro pro qm² und Monat.

Aber wie hoch sind eigentlich die durchschnittlichen Betriebskosten für eine Wohnung? Der deutsche Mieterbund veröffentlichte im Januar 2018 in seinem Betriebskostenspiegel die Werte für das Jahr 2015.

Laut diesem mussten deutsche Mieter 2015 pro Monat und Quadratmeter 2,17 Euro an Betriebskosten für eine Wohnung im Durchschnitt zahlen, bei Anrechnung aller möglichen Betriebskostenarten sogar 2,76 Euro.

Dabei ergaben sich im Durchschnitt folgende Werte für die jeweiligen Betriebskosten einer Wohnung (Angaben pro m² pro Monat):

  • Heizung- und Warmwasserkosten: 1,07 Euro (Bandbreite: 0,73 Euro bis 1,98 Euro)
  • Wasser inkl. Abwasser: 0,34 Euro
  • Hauswart: 0,29 Euro
  • Grundsteuer: 0,18 Euro
  • Müllbeseitigung: 0,18 Euro
  • Sach- und Haftpflichtversicherungen: 0,17 Euro
  • Aufzug: 0,16 Euro
  • Gebäudereinigung: 0,16 Euro
  • Gemeinschaftsantenne und Kabelfernsehen: 0,13 Euro
  • Gartenpflege: 0,10 Euro
  • Allgemeinstrom: 0,05 Euro
  • Schornsteinreinigung: 0,04 Euro
  • Straßenreinigung: 0,03 Euro
  • Sonstige: 0,03 Euro
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3 Gedanken zu „Betriebskosten für eine Wohnung: Was gehört dazu?

  1. Hofer

    Manche Vermieter bekommen den Hals nicht voll.
    Ich bewohne 70 m² Wohnung uns soll für 2017 an Nebenkosten 2674 € bezahlen. Alleine die Brennstoffkosten wurden mit 7414 € berechnet. die Heizungsbetriebskosten (z.B. Stromkosten für Heizung 868 €) werden mit 2196,71 € (komlett für 485 ²) angegeben. Das kommt, weil eine Hausnummer, 2 zusammengebauten Häuser, zwei Heizungen betrieben werden (1x Gas, 1x Öl Heizungen wo ich wohne). Mit Gas habe ich also nichts zu schaffen und keinen Nutzen und trotzdem soll ich die Brennstoffkosten mittragen. Ist das gesetzlich richtig? Die Verrechnung ist 50:50 für ein sehr altes Haus. Auch die restlichen Kosten sind für mich nicht nachvollziehbar. Nützliche und rechtliche Tipps sind herzlich willkommen.

    Antworten
    1. mietrecht.com

      Hallo Hofer,

      hier empfehlen wir Ihnen, die Abrechnung gemeinsam mit einem Mietererverein zu prüfen und eine Einsicht in die zugrunde liegenden Rechnungen. Da wir keine rechtliche Beratung anbieten können, sind hier der Mieterverein oder ein fachkundiger Anwalt die richtigen Ansprechpartner.

      Ihr Team von mietrecht.com

      Antworten
  2. Paul S.

    Guten Tag,
    “den Hals nicht voll” schürt nur wieder einmal unproduktiven “Klassen”hass .
    Nützliche Tipps ist wohl die falsche Herangehensweise.
    Sie müssen sich schon auch selbst einlesen. Das ist weniger schlimm als Sie denken.

    Waren die Kosten der Vorjahre genauso hoch? (Wenn, warum sind Sie nicht längst ausgezogen? – Ist vielleicht der Mietzins recht niedrig als gewisser Ausgleich für hohe Betriebskosten? Es fehlt umfassende Information )
    Warum prüfen Sie nicht, ob ein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis vorliegt, das der Vermieter berücksichtigen muss (§ 556, Abs. 3 BGB).
    Wenn Sie mit einer Heizung nichts zu tun haben, müssen Sie dafür i.d.R. auch nicht zahlen. Gehen Sie zum Mieterverein.
    Meine Mieter in einem 6-Fam-Haus zahlen seit der Modernisierung des Hauses 1,21 € pro Monat pro qm, der Schnitt des Dt. Mieterbundes liegt bei 2,17 €. Und die Modernisierung habe ich nur zu 60% umgelegt.
    Ich investiere jährlich 5% der Einnahmen in Verbesserungen (elektrische Rollläden, Markisen, LED-Beleuchtung überall, etc. etc), die ich meist umlegen könnte, es aber nicht mache.
    Es sind also nicht alle Vermiter gleich, und schon gar nicht alle gierig.

    Freundliche Grüße

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