Können Sie eine Mietminderung trotz Ersatzwohnung erwirken?

Wann haben Sie ein Recht auf eine Ersatzwohnung?

Ist eine Mietminderung trotz Ersatzwohnung überhaupt gerechtfertigt?
Ist eine Mietminderung trotz Ersatzwohnung überhaupt gerechtfertigt?

Ein massiver Schimmelbefall in der eigenen Wohnung oder gar ein Havarie-Vorfall können die eigenen vier Wände unbewohnbar machen. Doch haben Sie in einer solchen Situation überhaupt ein Anrecht auf eine Ersatzwohnung? Und haben Sie eventuell die Möglichkeit auf eine Mietminderung trotz dieser Ersatzwohnung?

Worauf müssen Sie in einer solchen Ausnahmesituation achten? Diese und weitere Fragen werden im Folgenden beantwortet. Im Zentrum dabei steht die Mietminderung bei einem Totalschaden und der Anspruch auf eine Ersatzwohnung.

Steht Ihnen eine Ersatzwohnung zu?

Bevor wir zur Frage kommen, ob eine Mietminderung trotz Ersatzwohnung möglich ist, müssen wir klären, in welcher Situation Ihnen eine derartige Ausweichmöglichkeit laut Mietrecht überhaupt zusteht. Die Gründe, warum ein Bedarf an einer Ersatzwohnung bestehen kann, sind vielfältig. Neben Wasserschäden kann aufgrund massiver baulicher Mängel oder einer umfangreichen Modernisierung eine Ersatzwohnung sehr reizvoll sein. Gleiches gilt für den Brandfall bei einer Mietwohnung.

Grundsätzlich obliegt die Ersatzwohnung der Eigeninitiative des Mieters. Dabei entstehende Mehrkosten können als Schadensersatz eingefordert werden. In Ausnahmefällen stellt der Vermieter dem Mieter eine Wohnung für den Übergang. Diese sollte angemessen und preislich vergleichbar sein. Ein derartiges Angebot ist jedoch immer freiwillig.

Wichtig! Grundsätzlich ist der Vermieter nicht verpflichtet, eine Ersatzwohnung zu stellen. Als Mieter können Sie diese rechtlich nicht einfordern bzw. darauf bestehen.

Ist eine Mietminderung trotz Ersatzwohnung überhaupt möglich?

Eine Mietminderung trotz Ersatzwohnung ist nicht zulässig.
Eine Mietminderung trotz Ersatzwohnung ist nicht zulässig.

Für eine mögliche Mietminderung ist entscheidend, in welchen Verantwortungsbereich der Mangel einzuordnen ist. Haben Sie als Mieter den Schaden selbst zu verschulden, ist die Minderung generell ausgeschlossen.

Ist der Vermieter für die Unbewohnbarkeit verantwortlich, kann die Miete um 100 Prozent gemindert werden. Die Minderung bei einem derartigen Totalschadensfall wurde bereits des Öfteren durch unterschiedliche Urteile bestätigt. Dabei handelte es sich zum Beispiel um die gesundheitliche Gefährdung der Mieter bei massivem Schimmelbefall (AG Charlottenburg GE 2007, 1387).

Ist dem Vermieter der Schaden bekannt, können Sie eine Mängelanzeige, die andernfalls immer erforderlich ist, außer Acht lassen.

Eine Mietminderung trotz Ersatzwohnung ist ausgeschlossen. Sie müssen sich als Mieter entscheiden. Denn die Mietminderung gilt bereits als Schadensersatz, den Sie beim Vermieter geltend machen.

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