Wann führt rostiges Wasser zur Mietminderung?

Rost im Wasser – Mietminderung möglich?

Rostiges Wasser kann zur Mietminderung führen.
Rostiges Wasser kann zur Mietminderung führen.

Kommt braunes Wasser aus der Leitung, wenn Sie den Wasserhahn aufdrehen? Dann handelt es sich in den meisten Fällen um einen zu hohen Eisenanteil im Wasser. Aber auch bei verzinkten Stahlrohren, bei denen die Zinkschicht korrodiert ist und der Stahl anfängt zu rosten, kann sich das Wasser braun verfärben.

Mit dieser nicht sehr appetitlichen Farbe geht auch meist ein unangenehmer Geruch einher. Doch kann ein solcher Mangel zur Mietminderung berechtigen? Wann begründet rostiges Wasser eine Mietminderung gemäß Mietrecht und wie hoch kann diese dementsprechend ausfallen? Erfahren Sie im nachstehenden Ratgeber, worauf hierbei zu achten ist.

So hoch fällt eine Mietminderung bei rostigem Wasser aus

Achtung: Diese Beispiele beruhen auf Gerichtsurteilen – je nach Sachlage können unterschiedlich Minderungsquoten entstehen!

  • Eisengehalt über dem Grenzwert: Bis zu 10 %
  • Braunverfärbund und erheblicher Eisengehalt: Bis zu 15 %
  • bräunliche Verfärbung des Trinkwassers: Bis zu 10 %

Der Vermieter trägt die Verantwortung

Grundsätzlich tritt die Mietminderung gemäß § 536 Bürgerliches Gesetzbuch kraft Gesetzes ein, wenn ein erheblicher Mangel in der Wohnung besteht und die Gebrauchstauglichkeit maßgeblich einschränkt. Die Beeinträchtigung definiert sich darüber, was Sie im Mietvertrag mit Ihrem Vermieter vereinbart haben.

Rechtfertigt rostiges Wasser eine Mietminderung, ist die Dauer dieses Zustands entscheidend.
Rechtfertigt rostiges Wasser eine Mietminderung, ist die Dauer dieses Zustands entscheidend.

Rostiges oder braunes Wasser ist in der Regel nicht gesundheitsschädlich. Gemäß Trinkwasserverordnung sind 0,2 Milligramm Eisen pro Liter erlaubt. Das heißt weniger die Gefährdung der Gesundheit ist hier Grund zur Mietminderung als vielmehr die Optik und vor allem der Geruch.

Wenn rostiges Wasser zur Mietminderung führt, ist entscheidend, wie lange dieser Zustand besteht. Häufig reicht es aus, wenn Sie das Wasser eine Zeit lang ablaufen lassen. In einer solchen Einzelsituation ist eine Mietminderung eher unwahrscheinlich. Vor allem dann, wenn Sie als Mieter längere Zeit abwesend waren und sich deshalb Eisen in den Rohren angesammelt hat. Müssen Sie den Wasserhahn komplett leerlaufen lassen, ist dies nicht zumutbar laut Urteil des Amtsgerichts Schöneberg (Az. 8 C 426/89).

Liegt die Ursache für den Mangel im Rohrsystem, muss der Vermieter unter Umständen die alten Rohre austauschen, wenn rostiges Wasser zur Mietminderung führt. Die Kosten für diese Maßnahme dürfen in der Regel nicht auf den Mieter abgewälzt werden.

Ist das Leitungssystem der Stadtwerke die Ursache für die bräunliche Verfärbung des Trinkwasser, obliegt dem Vermieter auch hier die Verantwortung. Denn dieser hat den vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung zu verantworten.

Höhe der Mietminderung: Rostiges Wasser

In der nachstehenden Tabelle haben wir für Sie ein paar Beispiele herausgesucht, bei denen rostiges Wasser eine Mietminderung rechtfertigte.

MangelHöheUrteil
rostiges Wasser20 %AG Görlitz, Urteil vom 03.11.1997; Az. 1 C 1320/96
Rostfärbung des Trinkwassers20 %AG Görlitz, Urteil vom 15.05.1997; Az. 3 C 134/96
rostiges Leitungswasser10 %AG Köln, Urteil vom 27.02.1980; Az. 211 (154) C 3195/79
Eisengehalt liegt über dem Grenzwert 10 % LG Braunschweig, Urteil vom 28.10.1991; Az. 10 S 334/91

Muster: Mietminderung bei rostigem Wasser

Im Folgenden finden Sie ein Muster für eine durch rostiges Wasser bedingte Mietminderung. An diesem Schreiben können Sie sich orientieren. Beachten Sie, dass es noch individuell angepasst werden muss. Es beinhaltet nur ein Beispiel.

Rostiges Wasser – Mietminderung (.doc)
Rostiges Wasser – Mietminderung (.pdf)

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