Messie-Wohnung: Was passiert, wenn die Mietwohnung vernachlässigt wird?

Gerümpel und Müll in Massen: Darf der Vermieter fristlos kündigen?

Vermüllte Wohnung: Wenn Messies dem Vermieter das Leben schwer machen.
Vermüllte Wohnung: Wenn Messies dem Vermieter das Leben schwer machen.

Immer häufiger tauchen Geschichten über sogenannte „Messie-Wohnungen“ auf. Doch was genau ist damit eigentlich gemeint und was kann ein Vermieter dagegen tun? Ist sie ein Grund für eine fristlose Kündigung durch den Vermieter?

Klar, jeder hat einmal keine Lust auf Aufräumen und verschiebt es auf den nächsten Tag. Aber was passiert, wenn dieses Verhalten Züge einer krankhaften Störung annimmt und bald die komplette Mietwohnung von Müll überschwemmt wird? Die Antworten auf diese Fragen und noch mehr Informationen gibt Ihnen der nachfolgende Ratgeber.

Das Wichtigste zur fristlosen Kündigung bei einer Messie-Wohnung

Können Vermieter eine fristlose Kündigung aussprechen, wenn es sich um eine Messie-Wohnung handelt?

Lassen Mieter die Wohnung verwahrlosen und verursachen so Schäden oder Belästigungen, ist eine fristlose Kündigung möglich, wenn Abmahnungen und Gespräche das Verhalten des Mieters nicht ändern.

Ist eine Abmahnung bei einer Messie-Wohnung notwendig?

Ja. Bevor eine fristlose Kündigung möglich ist, muss eine Abmahnung erfolgen. Mieter müssen die Möglichkeit haben, das Verhalten entsprechend zu ändern.

Was geschieht, wenn der Mieter nicht auszieht?

Ziehen Mieter trotz fristloser Kündigung nicht aus, steht als letzter Schritt die Räumungsklage als Möglichkeit zur Verfügung. Hier sollten sich Vermieter Unterstützung von einem Anwalt für Mietrecht suchen.

Vermüllte Wohnung: Was bedeutet „Messie“?

In erster Linie leiden sogenannte „Messies“ an einer Erkrankung ihrer Psyche. Daraus ergibt sich, dass der unter dieser Störung Leidende, normalen alltäglichen „Wegwerfgegenständen“, wie beipielsweise alten Zeitungen oder Lebensmittelverpackungen, einen höheren Stellenwert zuschreibt. Das wiederum veranlasst den Kranken dazu, alles aufzuheben, was jemand, der kein Messie ist, sofort entsorgen würde.

Wird dem Betroffenen nicht geholfen, ist die Wohnung irgendwann so sehr mit Müll vollgestopft, dass sie nicht mehr bewohnbar ist, Schädlinge anlockt und sogar andere Mitmieter dadurch betroffen sind – zum Beispiel durch den meist eindringlichen Gestank, welcher aus der Messie-Wohnung kommt.

Verwahrlosung der Wohnung: Krankheit für den Mieter, Fluch für den Vermieter

Zwar gilt das Messie-Syndrom als Krankheit und macht das Leben des daran leidenden Mieter wahrscheinlich nicht leicht. Jedoch ist der Vermieter wohl ebenso der Leidtragende in solch einer Situation.

Eine Wohnungsverwahrlosung führt im Allgemeinen immer zu Ungeziefer, welches durch die riesigen Müllberge angelockt wird. Bleibt dieses Verhalten über einen sehr langen Zeitraum unbemerkt und hat der Müll massive Ausmaße angenommen, kann dies sogar letztendlich zu Schäden an der Bausubstanz führen. Damit entstehen erhebliche Kosten für den Vermieter.

Kurz und knapp steckt hinter dem Messie-Syndrom, dass der Betroffene zwischen nützlichen Gegenständen und unbrauchbaren nicht mehr differenzieren kann.
Mieter lässt seine Wohnung verwahrlosen: Das kann ein Kündigungsgrund sein.
Mieter lässt seine Wohnung verwahrlosen: Das kann ein Kündigungsgrund sein.

Kann ein Vermieter einem Messie aber die Wohnung einfach so kündigen?

Auch wenn der Betroffene die Zustände seiner Wohnung noch so gut zu verstecken versucht, kommt es irgendwann heraus. Ist dies der Fall, sollte der Vermieter zunächst mit dem Messie vor einer Kündigung das persönliche Gespräch suchen. Oftmals sind einschneidende Erlebnisse der traurige Auslöser für diese Krankheit. Verschiedene Gründe können das herbeiführen. Ein verständnisvoller Vermieter kann hier versuchen, dem Mieter zu helfen, sodass dieser gegen seine Krankheit vorgehen und gemeinsam aus der Messie-Wohnung wieder eine „normale“ werden kann.

Hilft das aber alles nichts und der Mieter lässt die Wohnung weiter verwahrlosen und ändert damit sein Verhalten nicht, kann die Möglichkeit einer fristlosen Kündigung in Erwägung gezogen werden.

Ein Rechtsbeistand ist hierbei ratsam, denn im Vorhinein sollte in jedem Fall geprüft werden, ob die außerordentliche Kündigung einer Wohnung aus wichtigem Grund hier überhaupt rechtens wäre. Schließlich hat jeder Mieter im Allgemeinen das Recht darauf, das Leben in seiner Wohnung so zu gestalten, wie er möchte.

Die Grenze endet allerdings, wenn andere Bewohner des Hauses dadurch gestört werden oder das Haus und dessen Substanz beschädigt werden. Dies gilt als vertragswidrig! Dazu zählen zum Beispiel extrem unangenehme Gerüche, die andere Mitmieter als erheblich störend empfinden.

Bildnachweise: istockphoto.com/KariHoglund, istockphoto.com/epitavi

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