Fristlose Kündigung der Wohnung: Was tun, wenn der Vermieter Ihnen fristlos kündigt?

Wann darf der Vermieter die Wohnung fristlos kündigen?

Ist die fristlose Kündigung einer Wohnung fehlerhaft, kann Widerspruch eingelegt werden.
Ist die fristlose Kündigung einer Wohnung fehlerhaft, kann Widerspruch eingelegt werden.

Plötzlich eine fristlose Kündigung vom Vermieter im Briefkasten zu haben, ist zumeist verbunden mit der Angst, bald auf der Straße sitzen zu müssen. Doch ist der erste Schreck erst einmal verdaut, kommen viele Fragen hoch:

Kann ich gegen eine fristlose Kündigung meiner Wohnung Widerspruch einlegen? Ist die fristlose Kündigung überhaupt gerechtfertigt? Sollte ich vielleicht einen Anwalt zu Rate ziehen? Welche Mittel und Wege stehen mir zur Verfügung?

Welche Rechte Sie als Mieter haben, gegen eine fristlose Kündigung vorzugehen, können Sie im folgenden Ratgeber nachlesen.

Fristlose Kündigung: Was tun, wenn die Wohnung plötzlich weg ist?

Der Schock nach einer fristlosen Kündigung sitzt tief. Doch das Wichtigste ist nun, dass Sie Ruhe bewahren und sich nicht verunsichern lassen. Denn unter Umständen ist die Kündigung gar nicht wirksam. Überprüfen Sie deshalb das Kündigungsschreiben noch einmal gründlich, um herauszufinden, ob in Ihrer Kündigung vielleicht etwas Essentielles vergessen wurde. Was also tun?

Dabei sollten Sie folgende Punkte beachten:

Fristlose Kündigung Ihrer Wohnung erhalten: Was Sie tun sollten, ist die Kündigung zu überprüfen.
Fristlose Kündigung Ihrer Wohnung erhalten: Was Sie tun sollten, ist die Kündigung zu überprüfen.
  • Hat der Vermieter einen wichtigen Grund für die fristlose Kündigung? Darunter zählen beispielsweise ein erheblicher Mietrückstand, eine ständige Störung des Hausfriedens, Vermüllung, nicht genehmigte Untervermietung, massive Ruhestörung oder auch unerlaubtes Gewerbe in der Wohnung.
  • Liegt ein wichtiger Grund vor: Hat Sie der Vermieter zuvor abgemahnt? In der Regel darf er nicht ohne eine angemessene Abmahnungsfrist, eine fristlose Kündigung aussprechen. Nach einer Abmahnung haben Sie als Mieter zunächst die Chance, Schäden zu beheben und Fehlverhalten zu verbessern. Sind Sie zum Beispiel mit der Miete im Rückstand, muss Ihnen der Vermieter im Regelfall eine Schonfrist geben, um die Zahlungen nachzuholen.
  • Unter Umständen kommt auch folgende Frage auf, nachdem Sie die fristlose Kündigung Ihrer Wohnung erhalten haben: Was kann ich tun, wenn der Vermieter plötzlich persönlich vor der Tür steht und mich herauswerfen möchte? Auch wenn es schwer fällt, sollten Sie hierbei Ruhe bewahren, denn dazu hat ein Vermieter nicht das Recht! Erst mit erfolgreich durchgesetzter Räumungsklage, kann mit Hilfe eines Gerichtsvollziehers die Wohnung zwangsgeräumt werden.
Wichtig: Erfolgt die fristlose Kündigung von einem Mietvertrag aufgrund von Zahlungsverzug, ist das, was Sie tun sollten in erster Linie ein unverzüglicher Ausgleich dieses Mietrückstands. Ist es Ihnen nicht möglich, das Geld so schnell zu zahlen, können Sie sich auch zum Beispiel an das Sozialamt wenden. Unter Umständen kann es vorerst für die Zahlungen aufkommen.

Was ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) vorgeschrieben?

Der § 543 BGB schreibt gesetzlich vor, dass in jedem Fall ein wichtiger Kündigungsgrund vorhanden sein muss – egal, ob die Kündigung vonseiten des Mieters oder Vermieters ausgeht. Letzterer muss dabei immer wissen, was er tun muss, bevor er die fristlose Kündigung einer Wohnung einleitet.

Laut § 543 Abs. 3 gilt hierbei Folgendes:

Besteht der wichtige Grund in der Verletzung einer Pflicht aus dem Mietvertrag, so ist die Kündigung erst nach erfolglosem Ablauf einer zur Abhilfe bestimmten angemessenen Frist oder nach erfolgloser Abmahnung zulässig.

Wichtig zu wissen ist, dass ein Mieter immer das Recht hat, Widerspruch einzulegen. Wie erfolgversprechend dieser ist, hängt natürlich immer vom jeweiligen Fall ab und inwiefern der Vermieter vielleicht einen Formfehler begangen hat. Erhalten Sie eine fristlose Kündigung Ihrer Wohnung, ist das, was Sie tun sollten also immer zuerst das Schreiben zu überprüfen, denn unter Umständen kann die Kündigung auch unwirksam sein.

Bildnachweise: fotolia.com/© Abramgino, istockphoto.com/liveostockimages

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