Räumungsklage wegen Taubenfütterung: Mieterin fliegt aus ihrer Wohnung

News veröffentlicht am 2. Mai 2018

Bonn. Das Füttern von Tauben gilt in vielen deutschen Städten als Ordnungswidrigkeit und ist auch auf dem heimischen Balkon nicht immer erlaubt. Im Falle einer Mieterin in Bonn war sogar eine Räumungsklage wegen der Taubenfütterung gerechtfertigt, wie das Amtsgericht Bonn entschied.

Grund für Räumungsklage: Taubenfütterung stört die Nachbarn

Räumungsklage wegen Taubenfütterung auf dem Balkon: Vermieter müssen nicht alles dulden.

Räumungsklage wegen Taubenfütterung auf dem Balkon: Vermieter müssen nicht alles dulden.

Eine Mieterin muss bis Ende Mai 2018 aus ihrer Wohnung in Bonn ausziehen. Die Frau, die seit 18 Jahren in dem Mehrfamilienhaus wohnt, hält seit fünf Jahren acht Brieftauben in einer Voliere. Gemeinsam mit diesen fütterte sie jedoch regelmäßig auch 80 Stadttauben. Das führte zu Ärger mit den Nachbarn.

„Der Balkon ist nicht mehr benutzbar“, berichtet eine 70-jährige Mieterin. Denn nicht nur, dass der Balkon mit Taubenkot und Federn verdreckt würde, durch die Taubenfütterung hatten sich auch Ratten im Mietshaus angesiedelt. Die Nachbarin gab an, aus Angst vor den Nagetieren nicht mehr ihre Balkontür öffnen zu können.

Und auch der Lärm, den die Flügelschläge von 80 Tauben verursachen, sei nicht zu unterschätzen. Ein 46-jähriger Mieter aus dem 2. Stock fühlt sich durch die Flattergeräusche belästigt:

Das hört sich manchmal so an, als würde ganz Lengsdorf gleichzeitig die Teppiche ausschlagen.

Amtsgericht gibt der Räumungsklage wegen Taubenfütterung statt

Weil die Mieterin der Kündigung nicht nachkam, reichte der Vermieter Räumungsklage wegen der Taubenfütterung ein.

Weil die Mieterin der Kündigung nicht nachkam, reichte der Vermieter Räumungsklage wegen der Taubenfütterung ein.

Die Darstellungen ihrer Nachbarn seien jedoch „maßlos übertrieben“, meinte die beschuldigte Taubenliebhaberin. Ihr Vermieter hatte ihr am 14. Juli 2017 aufgrund der Taubenfütterung fristlos gekündigt. Zuvor hatte er sie bereits aufgefordert, die Voliere abzubauen, das Füttern einzustellen und für die Entfernung der Ratten zu sorgen. Dem kam die uneinsichtige Mieterin jedoch nicht nach.

Als die Dame trotz Kündigung den Auszug verweigerte zog der Vermieter vor das Amtsgericht Bonn.

Dieses erklärte die Kündigung des Mietvertrags für rechtmäßig und gab der Räumungsklage wegen Taubenfütterung statt.

Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Fütterung von Stadttauben, von denen nachweislich ein erhöhtes Verschmutzungs- und Gesundheitsrisiko ausgeht, sozial nicht mehr adäquat sei und der Nachbarschaft nicht zugemutet werden könne.
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