Umfrage zeigt: Mieter empfinden ihre Nebenkosten oft als zu hoch

News veröffentlicht am 28. Januar 2020, von Mietrecht.com

Wiesbaden. Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hat eine Umfrage zu den Mietnebenkosten in Deutschland durchgeführt. In Auftrag gegeben hatte diese die Deutsche Invest Immobillien-Gruppe (d.i.i.), um herauszufinden, ob Mieter Wohnnebenkosten beim Thema „bezahlbare Mieten“ mit einbeziehen. Heraus kam, dass Mieter die Nebenkosten oftmals als zu hoch erachten.

Mietnebenkosten spielen für viele Mieter eine große Rolle

Aktuelle Umfrage: Viele Mieter betrachten ihre Nebenkosten als zu hoch.
Aktuelle Umfrage: Viele Mieter betrachten ihre Nebenkosten als zu hoch.

Bei der Diskussion um bezahlbare Mieten werden die Mietnebenkosten bzw. die anfallenden Betriebskosten von Politik und Wirtschaft üblicherweise ausgeklammert. Im Mittelpunkt stehen in der Regel die Kaltmieten. Das stellt jedoch nicht die komplette Mietpreisentwicklung dar, da Mieter eben auch Wohnnebenkosten zahlen.

Mieter, die ihre Nebenkosten als zu hoch ansehen, sind gemäß der aktuellen Umfrage, die das Institut YouGov im Dezember 2019 durchführte, keine Minderheit. Zunächst zeigen die Ergebnisse der Befragung eindrücklich, dass die Nebenkosten ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für oder gegen eine Wohnung sind. Es wird auch deutlich, dass 82 Prozent der Mieter diese Kosten heranziehen, um zu bestimmen, ob Mieten bezahlbar sind oder nicht.

Die Umfrage legt dar, dass insgesamt 47 Prozent der befragten Mieter ihre Nebenkosten als zu hoch (33 Prozent) bzw. als viel zu hoch (14 Prozent) ansehen. Eine Mehrheit (83 Prozent) gab zudem auch an, auf das Senken dieser Kosten zu achten. Besonders bei den Heiz- und Wasserkosten sehen viele Mieter Einsparpotentiale. Aber auch die Stromkosten, welche durchaus zu den zusätzlichen Kosten bei der Miete zählen, stehen bei Sparbemühungen im Mittelpunkt. Energiesparende Elektrogeräte kommen dabei ebenso zum Einsatz wie wassersparende Duschköpfe oder Armaturen.

Was zählt zu den Nebenkosten bei der Miete?

Mieter: Ob Nebenkosten zu hoch berechnet werden, kann ein Mieterverein prüfen.
Mieter: Ob Nebenkosten zu hoch berechnet werden, kann ein Mieterverein prüfen.

Dass Mieter ihre Nebenkosten als zu hoch empfinden, kann laut Umfrage unter anderem auch auf mangelnde Transparenz im Zusammenhang mit den Betriebskosten­abrechnungen zurückgeführt werden.

27 Prozent der befragen Mieter gaben an, dass sie ihrem Vermieter bei der Erstellung der Abrechnung nicht vertrauen und annehmen, dass diese höhere Beträge in Rechnung stellen. Dass viele Mieter nicht genau wissen, was als Nebenkosten gilt, kann eine Rolle bei diesem Misstrauen spielen.

Doch was dürfen Vermieter eigentlich als Nebenkosten auf Mieter umlegen? Zu den Wohnnebenkosten zählen gemäß § 2 Betriebskostenverordnung (BetrKV) folgende Posten:

  • Verbrauchsabhängige Wasser- und Heizungskosten
  • Miete für Ablesegeräte
  • Wartung Wasser- und Heizungsanlage
  • Abwasser, Regenwasser
  • Grundsteuer
  • Versicherungen (Gebäude, Haftpflicht)
  • Hausstrom, Aufzugskosten, Wartung
  • Müllabfuhr, Straßenreinigung, Winterdienst
  • Hausmeister, Gartenpflege, Schädlingsbekämpfung
  • Kosten für Gemeinschaftsräume (Waschküche usw.)

Denken Mieter, dass ihre Nebenkosten zu hoch berechnet sind, sollten sie die Abrechnung prüfen. Die Einsicht in die zugrunde liegenden Rechnungen muss der Vermieter in der Regel gewähren. Darüber hinaus können Mietervereine oder ein fachkundiger Anwalt bei der Prüfung unterstützen.

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