Nachbar kifft: Was regelt das Mietrecht diesbezüglich?

Von Mietrecht.com, letzte Aktualisierung am: 6. Juli 2021

Cannabis-Geruch kann als Belästigung gelten

Mein Nachbar kifft: "Was kann ich tun?", ist dann die häufigste Frage.
Mein Nachbar kifft: “Was kann ich tun?”, ist dann die häufigste Frage.

Streitigkeiten untern Nachbarn haben oftmals die verschiedensten Gründe, Geruchsbelästigungen stellen nur einen kleinen Teil dieser dar. Wenn der Nachbar kifft oder raucht und dieser Rauch bzw. Geruch dann immer wieder den Weg in die Wohnungen anderer findet, kann das durchaus eine ernstzunehmende Belästigung darstellen. Grundsätzlich gilt das Prinzip der Rücksichtnahme, was durch eine solche Geruchsbelästigung mitunter doch leidet.

Was bestimmt das Mietrecht, wenn der Nachbar kifft? Haben betroffene Mieter Anspruch auf eine Mietminderung und welche Möglichkeiten haben Vermieter in einem solchen Fall? Auf diese Fragen geht der nachfolgende Ratgeber näher ein.

Das Wichtigste zum Thema „Mein Nachbar kifft und alles stinkt“

Kann Cannabis-Geruch eine Belästigung darstellen?

Wenn der Nachbar kifft und der Geruch andere Mieter beeinträchtigt, kann das als Geruchsbelästigung gelten. Das ist auch dann der Fall, wenn das Rauchen bzw. Kiffen noch im Rahmen des vertragsgemäßen Gebrauchs der Mietwohnung stattfindet.

Ist Cannabis-Geruch ein Grund für eine Mietminderung?

Stellt starker Cannabis-Geruch eine Einschränkung beim vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache dar, kann das durch aus eine Mietminderung begründen. Wie hoch diese ausfällt, ist vom Einzelfall abhängig.

Kann das Kiffen zur Kündigung durch den Vermieter führen?

Verstoßen Mieter durch Rauchen oder Kiffen gegen vertraglich festgehaltene Verbote oder gegen die Hausordnung, kann das zunächst eine Abmahnung begründen. Unterlassen Mieter das Verhalten nicht, ist eine Kündigung ebenfalls möglich. Das gilt auch, wenn sie durch ihr Verhalten andere belästigen.

Was kann ich tun, wenn mein Nachbar kifft?

Pauschale Regelungen im Mietrecht, wenn der Nachbar kifft, gibt es nicht. Die Rechtsprechung zum Rauchen lässt sich aber meist anwenden.
Pauschale Regelungen im Mietrecht, wenn der Nachbar kifft, gibt es nicht. Die Rechtsprechung zum Rauchen lässt sich aber meist anwenden.

Wenn der Nachbar kifft, auf dem Balkon oder am Fenster, und der Geruch zieht unentwegt in die eigenen vier Wände, müssen Mieter dies nicht in jedem Fall hinnehmen. Im Prinzip gelten die Regeln fürs Rauchen auch beim Kiffen. Pauschale Aussagen sind in beiden Fällen nicht möglich, denn ob es sich um eine Belästigung handelt, ist vom Ausmaß der Beeinträchtigung abhängig. 

Zunächst sollten betroffene Mieter allerdings mit dem Nachbarn, der kifft, das Gespräch suchen und darauf hinweisen, wie sich dieses Verhalten auf andere auswirkt. Eventuell kann hier schon eine Lösung gefunden werden. Ist das nicht möglich oder zeigen sich Nachbarn wenig einsichtig, ist der nächste Schritt, sich an den Vermieter zu wenden.

Ist durch den Cannabis-Geruch die vertragsgemäße Nutzung der Wohnung nur noch eingeschränkt möglich, kann dies einen Mangel darstellen. In diesem Fall ist der Vermieter dazu angehalten, diesen Mangel zu beheben. Auch hier sollte zunächst das Gespräch mit den kiffenden Mietern im Vordergrund stehen. Bringt ein Gespräch keine Lösung und besteht die Belästigung weiterhin, besteht die Option eine Abmahnung.

Das gilt besonders auch dann, wenn das Rauchen an bestimmten Orten, wie z. B. dem Balkon, vertraglich oder durch die Hausordnung untersagt ist. Bewirken Abmahnung nichts, kann aufgrund vertragswidrigen Verhaltens oder auch wegen Unzumutbarkeit bezüglich der Fortsetzung des Mietverhältnisses eine Kündigung ausgesprochen werden. Allerdings handelt es sich immer um Einzelfallentscheidungen, bei denen die Konsultation eines Anwalts ratsam ist.

Wenn der Nachbar kifft: Ist ein Mietminderung möglich?

Wen der Nachbar kifft, kann unter umständen auch die Polizei helfen.
Wen der Nachbar kifft, kann unter Umständen auch die Polizei helfen.

Wenn der Nachbar kifft und Vermieter nicht tätig werden, können Mieter eine Mietminderung gelten machen. So sollten den Mangel aber immer durch eine Mängelanzeige dem Vermieter mitteilen. Bei einer Geruchsbelästigung durchs Rauchen sind Minderungsquoten zwischen 4 und 20 Prozent möglich. Theoretisch lassen sich diese auch auf Belästigungen durch das Kiffen übertragen. Pauschal sollten Mieter hier jedoch nicht vorgehen, sondern sich im Zweifelsfall beim Mieterverein beraten lassen.

Mieter haben bei einer außergewöhnlichen starken Belästigung durch Cannabis-Geruch zudem auch noch andere Möglichkeit: Wenn der Nachbar sehr stark kifft, ist die Polizei zu rufen ein weiterer Weg. Der Besitz von Cannabis kann strafbar sein, besonders wenn es dauernd und in größeren Mengen konsumiert wird.

Quellen und weiterführende Links

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5 thoughts on “Nachbar kifft: Was regelt das Mietrecht diesbezüglich?

  1. Les P

    Nach meinem Wissen hilft der MV nicht bei Mieterstreitigkeiten untereinander. Ich habe selbst den gleichen Fall – ich werde jedoch gar nichts unternehmen – das ist genau richtig, oder, die Polizei rufen und der Nachbar weiss dann genau , dass du ihn angezeigt hast. :-O Leute die Drogen konsumieren sind zumindest mir schon immer suspekt und die Hölle die man nach der Anzeige dann hat, da kann ich gern drauf verzichten. Besonders wenn man wie ich in einer üblen Gegend wohnt mit netten Leuten überall, wird man ab dann erst richtig Spass haben. Aber generell ist es von den Leuten schon eine grosse Sauerei und sie machen es nur um zu provozieren. Aber vllt. ist ja mal die Verwaltung zufällig vor Ort oder sogar die Polizei was hier öfter der Fall ist und in anderen “Ghettos” ja auch.. Nachbarn – es gibt nichts schöneres…:-(

    1. asdfasd

      einfach drauf ansperchen!!
      die meisten kiffer haben sowieso angst vor der polizei, d.h aber nicht das man sofort mit der polizei drohen sollte. Einfach nett drauf ansprechen.
      ich kenne viele kiffer, aber keiner von denen will jemandem etwas antun. ganz im gegenteil.

      und wenn du in einer üblen gegend wohnst, hast du andere probleme als nur den gestank.
      menschenverstand einschalten, schauen ob der nachbar freundlich ist und einen zurück grüßt, wenn ja, freundlich mit ihm reden. nicht drohen denn das mag keiner.
      eine lösung finden “nachts nurnoch rauchen, fenster schliessen”
      komme mir bei den tipps blöd vor, da jeder der bisschen nachdenkt, drauf kommen kann.

      meiner meinung nach, suchst du nur nach möglichkeiten dich auf zu regen, denn du meckerst nur, statt zu schreiben, was dich genau stört.

  2. Gabriela

    …Das mit dem Kiffen ist echt interesant….
    bei mir im Haus Kiffen 3 Haushalte es ist voll brrrrrr
    Polizei kam Tür würde nicht geöffnet
    Reden kann man nicht mit den Personen
    da jeder es den anderen zu schiebt…
    es geht seit Jahren….
    Verwaltung weiß auch Bescheid…
    Ich habe den Eindruck das dieser Personenkreis irgendwie Narrenfreiheit haben in unserer Gesellschaft…

    und das Schlimme ist dass einige Mieter hier sogar im Haus die Augen zumachen und den Geruch angeblich nicht mit bekommen….

  3. Mieter1987

    Ich habe auch etliche kiffende Nachbarn. Leider weiß ich auch nicht so recht, was ich da machen soll. Klar, ich könnte sie darauf hinweisen, dass mich der Geruch insbesondere auf dem Balkon und zuweilen beim Lüften stört, aber Drogenkonsumenten sind in der Regel nicht kompromissbereit und verharmlosen ihre Sucht sowieso. Raucher denken sich ja auch nichts dabei, wenn ihre Abgase bei Mitmenschen landen. Immerhin schaden sie sich selbst die ganze Zeit und sie leben ja noch. In einer solchen Nachbarschaft hat man kein Recht auf Gesundheit.

    Schlimmer wiegt für mich aber ein anderer, damit verbundener Mangel: Über die Badezimmerlüftung dringt leider auch immer wieder der Geruch von den Nachbarn in meine Wohnung. Da kann auch schon mal Cannabisgeruch dabei sein, aber vermengt mit anderen intensiven Gerüchen, sodass der Geruch oft nicht eindeutig isolierbar ist. Als der Lüfter vor drei Jahren repariert wurde, stellte der Handwerker fest, dass die Lüftung nie funktioniert hatte, obwohl er Geräusche machte. Nun wurde ein funktionstüchtiger Lüfter eingebaut, aber der Geruch dringt unvermindert weiterhin in meine Wohnung. Da es sich hierbei offensichtlich um einen Baumangel handelt, überlege ich, den Lüfter auszubauen, das Loch zuzutapen und durch ständiges Lüften für ausreichend Ventilation zu sorgen. Immerhin wurde der Raum davor 10 Jahre lang ja auch nicht elektrisch gelüftet und ein Fenster gab es auch nicht. Ich wohne alleine und die Badezimmertür steht daher immer offen, beim Duschen, Stuhlgang, Waschen, etc. Tag und Nacht. Wenn man dann regelmäßig auf Durchzug stellt, entsteht auch kein Schimmel. Werde ich so umsetzen.

    Leider bin ich auf die Wohnung angewiesen. Für einen billigen Mietpreis muss man leider auch den unangenehmen Teil unserer Gesellschaft ertragen.

  4. Immo

    Hallo!

    Ich bin Eigentümer von mehreren Wohneinheiten und dadurch werde ich auch das öfteren damit konfrontiert. Ich stehe aber mittlerweile anderst zu diesem Thema, da ich persönlich finde, dass hier die Kommentare, wie auch Sichtweisen ziemlich überzogen sind. Ich habe lieber 10 Kiffer auf einem “Haufen” wie 10 betrunkene, die laut und dazu noch aggressiv sind… Meine Erfahrung ist, dass zum einen viele Kiffer absolut intelligent sind und zum anderen meist absolut friedlich und höflich (es mag auch Ausnahmen geben) Unter anderem ist das eine absolut veraltete Sichtweise, denn mit Blick auf die Materie ist Cannabis für viele Menschen eine Selbsttherapie und in der Medizin hoch anerkannt als Wundermittel, weshalb dieses auch immer mehr Menschen verschrieben bekommen.
    Wer sich mal intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt hat, würde nicht behaupten, dass Kiffer Kriminell sind, denn Cannabis ist schon längst in jeglichen Gesellschaftsschichten angekommen. (Cannabis wird auch erbgut mit Kultur genannt) Diese Kiffer, die ich kenne, sind froh, wenn sie ihre Ruhe haben. (Natürlich mag es auch Ausnahmen geben)
    Leider ist bei vielen immer noch dieses Schubladendenken – Cannabis ist eine böse Droge, aber Alkohol geht klar, obwohl Alkohol Platz 1 der schlimmsten Drogen weltweit ist. SOGAR Heroin kommt nach Alkohol….Da stellt sich mir die Frage, wieso das alle in Ordnung finden???? Und wie das überhaupt sein kann??? Ich möchte Cannabis keinesfalls verherrlichen, aber für mich steht das ganze in einer ganz falschen Relation! Mag sein, dass es Menschen gibt, die sensibel auf den Geruch reagieren, ich persönlich finde da gibt es weitaus schlimmeres. Wenn jemand gerne und regelmäßig mit Knoblauch kocht, oder Fisch liebt kommt das auf dasselbe raus. Meiner Meinung nach spielt einfach die persönliche Haltung und das leider immer noch oft diesbezüglich eingeschränkte denken eine große Rolle. Ich bin mir auch sicher, wenn Sie denjenigen, die Kiffen nicht herablassend entgegentreten, sind diese sicherlich für einen Kompromiss bereit! Meine Erfahrung!

    Mal davon abgesehen, wird das ganze mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit in der nächsten Zeit kein Problem mehr darstellen, da es in Deutschland zu einer Entkriminalisierung/Legalisierung kommen wird. Die meisten Politiker, Behörden, Richter wie auch sonstige höhere Positionen stimmen dafür.

    Villeicht überdenken manche ihre Aussagen oder Klischeedenkweisen und setzten sich mit der Materie auseinander dann bin ich mir sicher, dass einige das mit einem anderen Blickwinkel betrachten können!

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