Mietkaution zahlen: Wann, wie, warum?

Die Zahlung von Mietkaution dient der Absicherung des Vermieters

Mietkaution: Wann müssen Mieter zahlen?
Mietkaution: Wann müssen Mieter zahlen?

Bei Abschluss eines neuen Mietverhältnisses verlangen Vermieter häufig eine Sicherheitsleistung, die allseits bekannte Mietkaution. Damit wollen sie sich für den Fall absichern, dass der neue Mieter seine Miete nicht wie vereinbart zahlt oder Schäden in der Wohnung verursacht. Verhält sich der Mieter hingegen während der gesamt Mietdauer tadellos und erfüllt alle Forderungen, muss der Vermieter ihm am Ende des Mietverhältnisses die Kaution zurückerstatten.

Aber wann muss Mietkaution eigentlich gezahlt werden? Gibt es hierzu gesetzliche Regelungen? Muss man immer Mietkaution zahlen? Und was passiert laut Mietrecht, wenn die Kaution nicht gezahlt wird? Diese und weitere Fragen klären wir im folgenden Ratgeber.

Das Wichtigste zur Zahlung der Mietkaution

Wann muss ich Mietkaution bezahlen?

Nur wenn dies zu Beginn des Mietverhältnisses vertraglich vereinbart wurde. Nachträglich kann der Vermieter die Zahlung von Kaution nicht verlangen.

Kann ich die Mietkaution in bar bezahlen?

Sind sowohl Mieter als auch Vermieter mit dieser Zahlungsform einverstanden, ist dies möglich.

Ich hab die Mietkaution nicht bezahlt. Droht die Kündigung?

Unter Umständen ja. Gemäß § 569 Abs. 2a BGB hat der Vermieter ein fristloses Kündigungsrecht, wenn die nicht gezahlten Mietkaution mindestens zwei Monatskaltmieten beträgt.

Wann ist die Mietkaution zu zahlen?

Es gibt keine gesetzliche Pflicht, Kaution zu bezahlen, wenn eine Wohnung gemietet wird.
Es gibt keine gesetzliche Pflicht, Kaution zu bezahlen, wenn eine Wohnung gemietet wird.

Zuallererst sollten Sie wissen, dass es keine gesetzliche Pflicht gibt, dass ein Mieter Mietkaution zahlen muss. Es ist dem Vermieter aber auch nicht verboten, eine solche zu verlangen. Er muss dabei lediglich beachten, die vom Gesetz vorgegebene maximale Höhe für die Mietsicherheit (entspricht drei Monatsnettomieten) einzuhalten.

Möchte der Vermieter den Mieter verpflichten, Mietkaution zu zahlen, so muss dies im Mietvertrag oder in einer Anlage zum Mietvertrag vereinbart werden. Ist dies nicht der Fall, kann der Vermieter nicht nachträglich noch auf eine Kaution bestehen, wenn das Mietverhältnis bereits begonnen hat.

Der Mieter kann nicht verpflichtet werden, die Kaution vor dem Mietvertrag zu zahlen. Stattdessen ist diese erst zu Beginn des Mietverhältnisses fällig (nicht zum Zeitpunkt des Abschlusses des Vertrags). Der Mieter hat das Recht, die Mietkaution in Raten zu zahlen:

  • Die erste Rate wird zu Beginn des Mietverhältnisses fällig.
  • Die zweite Rate ist zusammen mit der zweiten Monatsmiete zu zahlen.
  • Und die dritte Rate wird mit der dritten Monatsmiete fällig.

Wenn der Mieter es wünscht, kann er die komplette Mietkaution auf einmal zahlen und gleich zu Beginn des Mietverhältnisses den gesamten Betrag überweisen. Verpflichten kann ihn der Vermieter dazu aber nicht, denn prinzipiell besteht für den Mieter ein Recht auf Ratenzahlung.

Mietkaution: Wie bezahlen?

Sie wissen jetzt, wann Sie die Mietkaution zahlen müssen. Aber wie muss bzw. darf diese Zahlung eigentlich erfolgen? Vorgesehen ist, dass der Mieter die Kaution auf ein separates Konto des Vermieters überweist, das nur dafür angelegt wurde. Denn es handelt sich hierbei um eine Sicherung, die der Vermieter zwar für die Dauer des Mietverhältnisses verwaltet (und die er auch einstreichen darf, wenn am Ende des Mietverhältnisses Forderungen offen sind), aber die ihm nicht gehört. Der Vermieter hat also kein Recht, das Geld auszugeben oder zu investieren, deswegen muss es von seinem eigenen Vermögen getrennt werden.

Wie auch immer: Zwar ist es vorgesehen, auf diese Weise die Mietkaution zu zahlen, wenn sich Mieter und Vermieter jedoch darauf einigen, kann die Zahlung auch auf andere Weise erfolgen. Ist der Mieter einverstanden, kann sich der Vermieter die Mietkaution in bar bezahlen lassen oder die Überweisung auf sein Girokonto vorschlagen.

Lässt sich der Mieter darauf ein, muss der Vermieter die Mietkaution aber trotzdem auf ein separates Konto einzahlen.

Mietkaution nicht bezahlt: Liegt ein Kündigungsgrund vor?

Wird die Mietkaution nicht gezahlt, kann unter Umständen die fristlose Kündigung erfolgen.
Wird die Mietkaution nicht gezahlt, kann unter Umständen die fristlose Kündigung erfolgen.

Was passiert nun, wenn der Mieter die Mietkaution nicht zahlen will, obwohl sie vertraglich vereinbart wurde? Dann muss der Vermieter diese gerichtlich beitreiben, indem er den Erlass eines Mahnbescheids beantragt oder Klage einreicht.

Obendrein kann dem Mieter, wenn er die vereinbarte Mietkaution nicht bezahlt, die fristlose Kündigung drohen. Diese Möglichkeit ist ausdrücklich in § 569 Abs. 2a des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) aufgeführt:

(2a) Ein wichtiger Grund im Sinne des § 543 Absatz 1 liegt ferner vor, wenn der Mieter mit einer Sicherheitsleistung nach § 551 in Höhe eines Betrages im Verzug ist, der der zweifachen Monatsmiete entspricht.

Weigert sich der Mieter also, die Mietkaution zu zahlen und entspricht diese verweigerte Zahlung mindestens zwei Monatskaltmieten, greift das Kündigungsrecht des Vermieters. Er muss in diesem Fall nicht einmal eine Abmahnung erteilen, sondern kann sofort die fristlose Kündigung aussprechen.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (60 Bewertungen, Durchschnitt: 4,70 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.